Sonntag, 21. November 2010

Der richtige Putz für die Fassade

Immer wieder wird die Frage gestellt nach dem richtigen Putz. Dazu kann man nur sagen das es diesen nicht gibt. Der Ober- oder Dekorputz der Fassade sollte je nach Anforderung ausgesucht werden. Dazu muss man sich mit den Eigenschaften der jeweiligen Putzarten beschäftigen. Grundsätzlich werden Putze nach ihrem Bindemittel unterteilt in mineralische und organische Putze. Hier noch eine Übersicht aller mineralischen Putze nach DIN 18 550



Die mineralischen Außenputze sind in der Regel Kalk-Zement Putze, in seltenen Fällen (z.B. Sockelputze) auch reine Zementputze. Dazu gehören aber auch Silikatputze. Die organischen Putze lassen sich aufteilen in Reinacrylate und Siliconharzputze. Lassen Sie uns einmal die verschiedenen Eigenschaften der der einzelnen Putzarten näher betrachten:

Kalk-Zement Putze
+ + günstig
+ + manuell und maschinell zu verarbeiten
+ + sehr gute Diffusionseigenschaften
 - - hohe Wasseraufnahme
 - - benötigen Egalisierungsanstrich
 - - geringe mechanische Wiederstandsfähigkeit


Silikatputze
+ - mittlerer Preis
+ + manuell und maschinell zu verarbeiten
+ + sehr gute Diffusionseigenschaften
+ - eher geringe Wasseraufnahme
 - -  benötigen Egalisierungsanstrich
 - + mittlere mechanische Wiederstandsfähigkeit

Acrylharzputz (Dispersionsputz)
+ - mittlerer Preis
+ + manuell und maschinell zu verarbeiten
+ - gute Diffusionseigenschaften
+ + geringe Wasseraufnahme
+ + benötigen keinen Egalisierungsanstrich
+ + sehr hohe mechanische Wiederstandsfähigkeit

Siliconharzputz
 - -  hoher Preis
+ + manuell und maschinell zu verarbeiten
+ + sehr gute Diffusionseigenschaften
+ + geringe Wasseraufnahme
+ + benötigen keinen Egalisierungsanstrich
+ + sehr hohe mechanische Wiederstandsfähigkeit

Selbstverständlich müssen diese Eigenschaften auch bewertet werden. So ist beispielsweise das Wasserdampfdiffusionsvermögen bei den Acrylharzputzen geringer als bei allen anderen Putzarten, jedoch spielt das in der Regel keine Rolle (entgegen landläufiger Meinung!).  Dagegen sind sie sehr widerstandsfähig gegen mechanische Beeinflussung, also Kratz- oder Stoßeinwirkung.  Dagegen sind Kalk-Zementputze konkurrenzlos billig wenn man den Materialpreis betrachtet, etwas anders sieht der Quadratmeterpreis aus weil man ja auf jeden Fall einen Egalisierungsanstrich benötigt.

Den aktuellen Stand der Technik repräsentieren zweifellos Siliconharzputze die bei geringster Wasseraufnahme die besten Diffusionswerte liefern. Daneben sind sie, ähnlich wie die Acrylharzputze, mechanisch sehr widerstandsfähig. Leider sind Siliconharzputze auch sehr teuer, was sich aber durch den möglichen Wegfall eines Egalisierungsanstriches auch relativieren kann.

Sie haben ein Problem?

Aufgrund diverser Anfragen möchte ich betonen:
Ich besitze keinen Maler- oder Putzerbetrieb (mehr) und kann Ihnen mit konkreten Angeboten zur Sanierung nicht dienen. Sollten Sie ein Problem haben, von dem Sie glauben ich könnte Sie beraten, dann senden Sie mir einfach eine E-Mail. Ich werde die Fragestellung hier posten und darauf eingehen.

Sollten Sie eine unabhängige Vor-Ort -Beratung wünschen setzen Sie sich mit mir per Mail in Verbindung. Bitte denken Sie daran - ich bin kein öffentlich bestellter oder vereidigter Sachverständiger bzw. Gutachter.

Donnerstag, 11. November 2010

Fassade aufbereiten - Bauexpertenforum

Fassade aufbereiten - Bauexpertenforum:

Tja, was soll man zu so einer Fassade sagen. Offensichtlich handelt es sich um ein schlecht geklebtes WDVS. Sogar die Fugen der Dämmplatten zeichnen sich ab. Dieser Effekt entsteht, wenn die Platten unregelmäßig verklebt werden. Dann sind Fugen zwischen den Platten unausweichlich. So lange noch nicht armiert wurde kann man diese Fugen mit Dämmstoffstreifen oder einem geeigneten Füllschaum verschließen. Oft wird aber die Armierung darüber geschmiert - sieht ja keiner. Später hat man hier eine tolle Wärmebrücke.

An der im Bild gezeigten Fassade sieht man den dann eintretenden Effekt sehr gut. In der Fläche ist die Fassade gut gedämmt, dadurch wird leider auch das Algenwachstum beschleunigt (warum das so ist beschreibe ich in den nächsten Beiträgen). Über die Fugen wird die Fassadenoberfläche jedoch praktisch beheizt. Dadurch ist hier das Algenwachstum eingeschränkt und die Fugen zeichnen sich an der Putzoberfläche heller ab. Auch über Putzqualitäten werden wir noch zu reden haben.

Mittwoch, 10. November 2010

Planung der Malerarbeiten im Holzständerhaus (EL) - Bauexpertenforum

Planung der Malerarbeiten im Holzständerhaus (EL) - Bauexpertenforum: "- Mit Google Toolbar gesendet"

Hat jetzt weniger mit dem ursprünglichen Thema hier zu tun, es geht um die Begrifflichkeit. Immer wieder lese ich in Forenbeiträgen das "gemalert" wird. Ein Begriff der mich einfach stört. Entweder wird gemalt, dann ist aber eher der Kunstmaler gemeint, oder es wird gestrichen, gerollt, oder wenn es ein Fremdwort sein soll, appliziert. Maurer maurern nicht, Friseure friseuren nicht und Maler malern nicht.

Und das musste auch mal gesagt sein.

Montag, 8. November 2010

Wer hat die Dickste - oder warum man die Wärmedämmung berechnen sollte

Immer wieder höre ich davon,das Dämmstoffstärken eines WDVS pauschal bestimmt werden (10 cm gehen immer!). Das ist aber nicht richtig. Vielmehr sollte die Dämstoffstärke berechnet werden. Dazu sind mehrere Parameter zu berücksichtigen. Zuerst muss der Ist-Zustand eines Gebäudes ermittelt werden. Dann wird der Soll-Zustand festgelegt. Dieser ist wiederum von mehreren Dingen abhängig:
  • welcher U-Wert soll erzielt werden?
  • sollen Fördermittel beantragt werden?
  • stimmen bauphysikalische Eckdaten?
Also sollte sich ein Bauherr erst einmal eine Berechnung des Ist-Zustandes (also noch ohne WDVS)erstellen lassen. Dies macht in der Regel ein spezialisierter Architekt oder ein Energieberater. Dann sollte man sich über die Rahmenbedingungen von Fördergeldern schlau machen. Es gibt verschiedene Programme, z.B. von der KfW mit unterschiedlichen Richtwerten. Auch Bund und Länder (z.B. LfA Bayern) legen immer wieder Programme auf.

Von entscheidender Bedeutung ist aber auch eine bauphysikalische Berechnung, beispielsweise ein Glaser-Diagramm. Hier wird rechnerisch nachgewiesen, ob sich evtl. Tauwasser im Wandaufbau niederschlägt oder nicht. Tauwasser im Wandaufbau des  wäre schädlich da es hier zu Wärmeverlusten und evtl. Schimmelbildung kommen könnte. Im Bild oben sieht man übrigens die schematische Darstellung eines einwandfreien Wandaufbaues. Da sich Temperaturverlauf und Taupunkttemperaturkuve nicht schneiden kommt es zu keiner Tauwasserbildung im Wandaufbau.

... und schon geht es los

Wenn Sie mehr oder weniger zufällig auf diesen Blog gestoßen sind fragen Sie sich vielleicht, was das Ganze soll. Ganz einfach, ich bin Malermeister von Beruf und als technischer Berater eines großen Putz-, Farben-, und WDVS Herstellers unterwegs.

Ich möchte in diesem Blog meine Erfahrungen weiter geben. Es soll eine Mischung entstehen aus aktuellen Vorgängen aus meiner Praxis und interessanten Fällen die ich bisher erleben durfte. Ich hoffe auf ihre rege Mitarbeit. Stellen Sie Fragen (sie wissen ja, es gibt keine dummen) und kommentieren Sie das bisher Geschriebene. Ich freue mich schon darauf.