Donnerstag, 27. Oktober 2011

Typische Mängel an einem WDVS #4

Bisher habe ich ja immer über Mängel an der Oberfläche berichtet. Heute möchte ich mal etwas ganz grundsätzliches Ansprechen, im wahrsten Sinne des Wortes. Im Foto kann man ein WDVS betrachten das auf einer Betonfassade aufgeklebt wurde. Gedübelt wurde nicht, aber das wäre normalerweise auch nicht notwendig. Grundsätzlich werden WDVS nämlich nur verklebt und "können zusätzlich gedübelt" werden. So steht es in den bauaufsichtlichen Zulassungen.

Wann aber muss denn gedübelt werden und wann nicht, fragt sich der aufmerksame Leser. Die Antwort ist einfach. Eine zusätzliche Dübelung ist immer dann erforderlich, wenn ein Haftzugswert von 0,08 N/mm² unterschritten wird. Bei unverputztem und unbeschichtetem Beton oder Mauerwerk werden aber ausreichend große Haftzugswerte vorausgesetzt. Dabei muss aber beachtet werden, das diese Untergründe manchmal sehr stark saugend sind. Dann müssen diese mit einer geeigneten Grundierung des Systemherstellers grundiert werden.

Im vorliegenden Fall sollte ein Maler die Fassade eines Geschäftsgebäudes renovieren. Da ihm die ganze Sache "spanisch" vor kam wurde ich zur Beurteilung hin zu gebeten. Mit Erlaubnis des Hausherrn wurde die Fassade, die an der Oberfläche gerissen war und beim Abklopfen hohl klang, schließlich geöffnet. Das Ergebnis ist im Bild zu sehen. Offensichtlich war die Anhaftung des Klebers an der Fassade nur minimal. An der Plattenrückseite hielt der Kleber einwandfrei, die Betonoberfläche zeigte sich stark kreidend. Beim Benetzungstest stellte ich fest, das der Beton das aufgesprühte Wasser in "nullkommanix" von der Oberfläche weggesaugt hatte. Damit stand für mich fest, Ursache der Ablösung ist eine mangelhafte Verklebung verursacht durch einen stark saugenden und kreidenden Untergrund. Der Verarbeiter war offensichtlich seiner Prüfpflicht nicht  nachgekommen.

Dabei könnte es so einfach sein: Eine Wischprobe mit der Hand, und die Benetzungsprobe mittels Sprühflache wären alles gewesen was man benötigt um einen Totalabriss des WDVS zu verhindern.