Samstag, 17. November 2012

Wieder mal Brandgefährlich ...

... von der Profilierungssucht mancher Politiker.

Der NDR droht schon wieder mit einer neuen Sendung über die "brandgefährlichen" WDVS. Und der Bundestagsabgeordnete Groß möchte über die Brandsicherheit von WDVS im Parlament diskutieren. In der Immobilien Zeitung wird schon mal wieder mit viel Eifer aber wenig Sachverstand geschrieben.


Das Problem liegt vor allem darin, das zu viele Leute mitreden die keine Ahnung haben und dann alle Anderen verrückt machen. Vorrangiges Ziel beim Brandschutz von WDVS ist folgendes:

"Eine schnelle Brandausbreitung über mehr als zwei Geschosse oberhalb bzw. unterhalb der Brandausbruchstelle ist vor dem Löschangriff (15-20 Minuten nach Benachrichtigung) zu verhindern.
Eine Gefährdung der Rettungskräfte durch großflächig abstürzende Fassadenteile ist auszuschließen. "


Definiert durch die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren AGBF

Und natürlich werden die Brandschutzprüfungen von den Herstellern selbst bezahlt. In eigens dafür zertifitierten Prüfinstituten bzw. dem Deutschen Institut für Bautechnik, Berlin werden diese Prüfungen zum Teil mehrmals jährlich vorgenommen. Soll der Steuerzahler dafür aufkommen? Ich glaube die Hersteller hätten kein Problem damit ;-) Übrigens ist das vergleichbar mit dem TÜV für Kraftfahrzeuge in Deutschland. Die Prüfung muss ja auch der Fahrzeughalter bezahlen, oder? Das Bauordnungsrecht und die Bauaufsicht fallen übrigens verfassungsrechtlich ab 1946 in die Zuständigkeit der Länder. Deswegen gleich von einem Flickenteppich des Baurechts zu sprechen ist dann auch reichlich überzogen. Der Brandschutz ist in den Landesbauordnungen der Budesländer geregelt welche nur in geringem Umfang voneinander abweichen, da alle auf der Musterbauordnung des DIBt fußen. Aber vielleicht wollen das weder Herr Groß noch der NDR das so genau wissen. Sie müssten ja nur einmal vorab mit den richtigen (Fach)Leuten reden und dann erst an die Öffentlichkeit gehen.